Der Bachelor kommt besser an als erwartet

Nachbericht zur win²-Veranstaltung „Bachelor – Ein Schmalspur-Ingenieur?“

Teilnehmer der Podiumsdiskussion der<br />Veranstaltung „Bachelor-Ein Schmalspur-Ingenieur?“ in der Niederrheinischen IHK zu Duisburg am 20.10.2011

Teilnehmer der Podiumsdiskussion der
Veranstaltung „Bachelor-Ein Schmalspur-
Ingenieur?“ in der Niederrheinischen
IHK zu Duisburg am 20.10.2011

Ist der Bachelor bloß ein Schmalspur-Ingenieur? Diese Frage stellten sich Vertreter aus Wirt­schaft, Wissenschaft und Forschung bei einer Veranstaltung der Initiative win² - Wissens­transfer und Innovation am Niederrhein - am 20. Oktober 2011 in der Niederrheinischen IHK zu Duisburg.

Herr Dr. Reiff, Geschäftsführer der Niederrheinischen IHK, stellte in seiner Begrüßung die Ziele der aus der Bologna-Reform resultierenden Einführung des Bachelor-Studiengangs vor und prüfte die Kritik am Bachelor-Studium anhand einer DIHK Umfrage. Die Ergebnisse der Studie - lediglich 63 % der Unternehmen sehen ihre Erwartungen an die Bachelor-Absolventen als erfüllt - zeigen, dass eine Kritik durchaus berechtigt ist.

Im Rahmen der Vortragsreihe referierten Herr Prof. Scholz, Vizepräsident der Hochschule Rhein-Waal, und Herr Prof. Bosbach, Prorektor für Studium & Lehre der Universität Duisburg-Essen unter dem Programmpunkt „Was ist ein Bachelor? Was kann ein Bachelor?“. Prof. Scholz zeigte mit seinem Beitrag „Bachelor – aber wie? Lernen am Beispiel“ auf, wie Projektarbeiten die Möglichkeit zu einem fruchtbaren Brückenschlag zwischen Unternehmen und Hochschule bieten können und wie ein Bachelor-Studiengang praxisbezogen gelehrt werden kann.

Prof. Bosbach sprach in seinem Beitrag die Problematik des zulassungsbeschränkten Masterprogramms an, zeigte aber gleichzeitig auch Handlungsmöglichkeiten auf. So ermöglicht die Universität Duisburg-Essen all ihren Lehramtsstudenten einen Platz im Masterprogramm.

Frau Konegen-Grenier vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln stellte die IW-Studie „Bachelor-Absolventen auf dem Arbeitsmarkt“ vor. Die Ergebnisse der Studie entkräften die öffentliche Kritik am Bachelor-Studium teilweise und weisen darauf hin, dass auch mit Bachelor-Abschluss die Bewährung im Unternehmen letztendlich entscheidend für die Karriere ist. Laut IW-Studie ist die Mehrheit der Unternehmen mit der Kompetenz der Bachelor-Absolventen zufrieden.

Im Anschluss an die Vortragsreihe wurden die präsentierten Ergebnisse in einem kritischen Erfahrungsaustausch zwischen den hochkarätigen Podiumsteilnehmern und den hochinteressierten Teilnehmern der Veranstaltung, vorwiegend Unternehmer des Niederrheins, diskutiert. Frau Schröder vom Stifterverband für die deutsche Wissenschaft e.V. moderierte die Diskussionsrunde. Herr Dr. Echterhoff, Leiter der Felder Bildungspolitik und -controlling der ThyssenKrupp Steel Europe AG, sensibilisierte die Kritik am Bachelor-Studium aus Sicht der Wirtschaft. Herr Prof. Schröder, Prorektor für Forschung, wissenschaftlichen Nachwuchs & Wissenstransfer der Universität Duisburg-Essen, bezeichnete sich als Befürworter des Bachelor-Programms der ersten Stunde und berichtete positiv von der abgeschlossenen Umstellung auf die Bachelor-Studiengänge an der Universität Duisburg-Essen. Herr Prof. Klumpp von der Hochschule für Ökonomie & Management (FOM) vertrat eine sehr praxisorientierte Hochschule und sieht ebenfalls keine gravierenden Probleme im Bachlor-/Mastersystem.

So waren sich zum Abschluss der sehr informativen Veranstaltung die Podiums- und Veranstaltungsteilnehmer einig, dass es um den Bachelor-Studiengang nicht so schlecht bestellt ist, wie in der Öffentlichkeit häufig debattiert wird. Folglich kann als Ergebnis der Veranstaltung festgehalten werden kann, dass der Bachelor nicht bloß ein Schmalspur-Ingenieur ist.

Für weitere Informationen und einen ausführlichen Nachbericht zur Veranstaltung kontaktieren Sie uns: Philipp Piecha, Telefon 0203-2821-368, E-Mail: piecha@niederrhein.ihk.de

Bildnachweis: Foto: Philipp Piecha (von oben links nach unten rechts)